Landesverband Sächsischer Angler e. V.

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Invasive Krebse auf dem Vormarsch

Faltblatt für Angler erläutert Hintergrunde und stellt relevante Arten vor


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05.06.2020
Wenn wir heute beim Angeln Flusskrebse beobachten, handelt es sich oftmals nicht um den heimischen Edelkrebs, sondern um nichtheimische Arten. Fünf dieser Arten werden seit 2016 auf einer Liste problematischer Arten in der Europäischen Union geführt, der Liste ''gebietsfremder invasiver Tier- und Pflanzenarten von unionsweiter Bedeutung'' oder kurz: Unionsliste. Diese Liste umfasst Arten, deren Risiken für ökologische Schäden in den Mitgliedstaaten als besonders hoch eingestuft werden. Für die Arten gelten in der Europäischen Union diverse Verbote. Zum Beispiel sind Einfuhr, Handel, Tauschen oder Verschenken sowie Freisetzen in die Umwelt untersagt.
Die invasiven Krebsarten gelten als Überträger der Krebspest, gegen die sie selbst immun sind. Die Krebspest wird auch für die starke Dezimierung der heimischen Flusskrebsbestände verantwortlich gemacht. Der sächsische Bestand der einheimischen Edelkrebse ist heute auf wenige voneinander isolierte Populationen in einzelnen kleinen Oberläufen oder Standgewässern zusammengeschrumpft.
Das neu erschienene Faltblatt ''Invasive Krebse - Hinweise für Angler'' stellt diese invasiven Flusskrebsarten vor. Drei von ihnen sind bereits in Sachsen zu finden: Der Kamberkrebs (weit verbreitet), der Signalkrebs (noch nicht so häufig) und der Marmorkrebs (bisher nur Einzelfunde). Eine weitere Ausbreitung dieser Arten ist zum Schutz der heimischen Flusskrebse zu verhindern. Um Verwechselungen der Arten vorzubeugen, wird auch der heimische Edelkrebs mit den wichtigsten Erkennungsmerkmalen in diesem Faltblatt gezeigt.

Der jeweilige Stand der Unionsliste sowie das sächsische Landeskonzept zum Umgang mit invasiven Arten sind im Internet abrufbar unter:
www.natur.sachsen.de/IAS

Maßnahmen zum Schutz der heimischen Flusskrebse
Zum Schutz des Edelkrebses und um die weitere Verbreitung der invasiven Arten zu verhindern, ist jeder Besatz von Krebsen aller Arten zu unterlassen. Das gilt für Wildfänge aus heimischen Gewässern genauso wie für Krebse aus Zoohandlungen oder Aquarien.
Zudem kann das Verschleppen des Krebspesterregers durch Desinfizieren der Wathosen, Stiefel und Netzfanggeräte vor dem Wechseln in andere Gewässer wirksam verhindert werden. Das kann bereits durch ausreichend lange und vollständige Trocknung erfolgen (länger als 48 Stunden). Dies schützt nicht nur die Krebse, sondern beugt auch der Übertragung anderer Fischkrankheiten vor.
Da auch Fische Überträger der Krebspest sind, sei noch einmal auf die Regelungen der Fischereiverordnung hingewiesen: Es dürfen weder lebende noch tote Fische von einem Gewässer zum nächsten transportiert werden oder gar in einem anderen Gewässer als Köderfische verwendet werden!
Eine Entnahme von Krebsen sollte nur erfolgen, wenn sie sicher als invasive Arten bestimmt wurden. Die Entnahme ist zudem nur durch den Fang mit Krebsreusen möglich und bleibt somit dem Fischereiausübungsberechtigten vorbehalten. Sollten invasive Flusskrebse durch den Berechtigten entnommen werden, ist auf eine tierschutzgerechte Tötung zu achten.

Das Faltblatt ist im Anhang zu finden und kann kostenlos unter folgendem Link bestellt werden:
Invasive Krebse - Hinweise für Angler

Anlagen 

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Landesverband Sächsischer Angler e. V.

Rennersdorfer Straße 1

01157

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